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irgendwie ist das thema "schlimm sein" gar nicht mal so unkompliziert... für mich zumindest.

das interessante ist ja, dass viele dominante männer sagen, dass sie eine frau wollen, die das macht, was sie sagen, die sich bemüht und - das war der wortlaut - "nach ihrer pfeife tanzt". von daher war mir am anfang nicht wirklich klar, was das hinsichtlich "schlimm sein" bedeutet. weil: wenn die frau gehorchen soll - darf sie dann schlimm sein?

eigentlich habe ich erst sukzessive so langsam mitgekriegt, dass der reiz ganz offensichtlich nicht der ist, dass die frau alles macht, was ihr angeschafft wird, sondern dass man ihren willen bricht und sie die dinge gegen ihren willen - natürlich innerhalb der festgelegten grenzen - machen muss. dass das interessante offenbar gerade ist, dass die frau etwas machen muss, was sie (scheinbar) nicht will.

an sich passt das mit dem, was ich will, ohnehin gut zusammen, weil immer nur gehorchen finde ich fad. beziehungsweise will ich zu etwas gezwungen werden, will spüren, dass ich keine wahl habe, dass mein wille nicht zählt.

in der praxis ist es dann aber trotzdem oft so, dass ich mir mit dem schlimm sein schwer tue. zum beispiel wenn es das erste mal ist und man den anderen kaum kennt. da habe ich dann mitunter hemmungen, zu provozieren, weil der mann mich ja schließlich nicht kennt und ein scheinbares nein als echtes nein ansehen könnte. oder es ist das gegenteil der fall, nämlich dass ich durch die eine oder andere ohrfeige so eingeschüchtert bin, dass ich gar nicht mehr auf den gedanken komme, irgendetwas zu machen, zumal ich ja schon, obwohl ich brav war, genug einkassiert habe. und nachdem ich nicht will, dass es ärger wird, werde ich mich erst recht hüten, schlimm zu sein... oder - das ist der dritte fall - ich habe das gefühl, dass der mann an diesem tag gar nicht so richtig lust auf provokationen von mir hat, weil er zum beispiel müde ist - dann weiß ich auch nicht, wie ich tun soll.

irgendwie ist es seltsam, dass ich mir mit einem, wie man meinen sollte, simplen thema so schwer tue. weil provozieren einerseits das ist, was ich will (und im alltag auch oft genug mache, wenngleich nur bei männern), es dabei aber offenbar trotzdem jede menge fallstricke gibt - und wenn sie nur in meinem kopf sind.

auch zb die eh schon mal zitierte situation mit dem "vorstellungsgespräch" checke ich nicht ganz: wenn ich mich wo bei jemandem "bewerbe", muss ich doch - zumindest meines erachtens nach - brav sein bzw. mich gut präsentieren, schließlich ist das per definitionem der sinn eines solchen gesprächs. wenn ich bei sowas frech wäre und zb dinge verweigern oder sagen würde, dass mir der andere den buckel runterrutschen kann - was passiert dann? sagt der mann dann, das ist kein vorstellungsgespräch wie er es sich vorgestellt hat? oder ist es auch dann für ihn gerade das interessante, meinen widerstand zu überwinden? eigentlich denke ich, dass es letzteres ist, nur widerspricht sich das in meinem kopf einfach mit einer situation, in der ich mich möglichst gut präsentieren soll. hm. schwierig. also für mich. vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu blöd für rollenspiele.

seltsamerweise kann ich mich nicht erinnern, in der vergangenheit jemals großartig über dieses thema nachgedacht oder damit ein problem gehabt zu haben. ich bin an sich eh niemand, der "gefallen" möchte und deshalb alles auf kommando macht. dachte ich zumindest. aber offenbar gibt es dann doch genügend situationen, wo ich befehle ohne wenn und aber befolge, aus den verschiedensten gründen. und irgendwie ärgert mich das.

das kann doch bitte nicht so schwierig sein, echt jetzt.